Der Sonderfahrdienst
Beantragen, Kosten, Besonderheiten
Der Berliner Sonderfahrdienst WirMobil
Der Berliner Sonderfahrdienst unterstützt berechtigte Menschen mit Behinderungen bei privaten Fahrten im Rahmen von Freizeit und gesellschaftlicher Teilhabe. Er ist ein öffentlich organisiertes Angebot des Landes Berlin und wird derzeit unter dem Namen WirMobil betrieben. PrimaFahrten ist nicht der Betreiber dieses Sonderfahrdienstes.
Wie erhält man eine Berechtigten-Nummer?
Für die Nutzung ist eine Berechtigten-Nummer des Landesamts für Gesundheit und Soziales Berlin (LAGeSo) erforderlich. Grundlage ist ein Antrag beim Versorgungsamt auf das Merkzeichen „T“ für die Teilnahme am Sonderfahrdienst.
Das LAGeSo nennt dafür unter anderem das Merkzeichen „aG“, einen mobilitätsbedingten Grad der Behinderung von mindestens 80 und nachgewiesene Einschränkungen beim Treppensteigen. Maßgeblich ist die individuelle Entscheidung der Behörde.
Nach der Bewilligung registrieren sich Berechtigte bei WirMobil. Buchungswege, Vorlaufzeiten, Betriebsinformationen und besondere Fristen können sich ändern. Prüfen Sie deshalb vor jeder Buchung die aktuellen Angaben auf der offiziellen Seite des LAGeSo oder bei WirMobil.
Kosten und Eigenbeteiligung des Sonderfahrdienstes
Für jede Fahrt mit dem Sonderfahrdienst zahlt man eine Eigenbeteiligung. Die monatliche Abrechnung der Eigenbeteiligung bekommen Sie von der LAGeSo. Die restlichen Kosten werden vom Land Berlin übernommen.
Die Eigenbeteiligung kostet monatlich pro Fahrt.
- bis zur 8. Fahrt: 2,05 € je Fahrt
- ab der 9. Fahrt: 5,00 € je Fahrt
- ab der 17. Fahrt: 10,00 € je Fahrt
Bei bestimmten Heimbewohner:innen kann die Eigenbeteiligung entfallen. Verbindlich ist die aktuelle Abrechnung des LAGeSo.
Kostenübernahme Taxi
Mit einer gültigen Berechtigten-Nummer können unter bestimmten Voraussetzungen auch Taxiquittungen eingereicht werden. Dazu können Fahrten mit barrierefreien Inklusionstaxis gehören. Die Fahrt wird zunächst selbst bezahlt; Erstattung, Nachweise, Eigenbeteiligung und monatliche Höchstbeträge richten sich nach den aktuellen Vorgaben des LAGeSo. Reichen Sie nur vollständig ausgestellte Originalquittungen ein und prüfen Sie die geltenden Bedingungen vor der Fahrt.
Was der Sonderfahrdienst abdeckt und was nicht
Nach dem Merkblatt des LAGeSo (Stand September 2025) bringt der Sonderfahrdienst berechtigte Menschen zu Zielen in der Freizeit, zum Beispiel zu Verabredungen mit Freunden und zu Veranstaltungen.
Fahrten zu Ärzten, Therapeuten und medizinischen Behandlungen in Krankenhäusern sind laut Merkblatt nicht möglich. Fahrten melden Berechtigte mindestens zwei Tage vor dem Termin bei WirMobil an, frühestens 14 Tage vorher. Der Betrieb läuft täglich von 5 bis 1 Uhr.
Für Wege, die der Sonderfahrdienst nicht abdeckt, etwa zum Arzt, zur Therapie oder zur Dialyse, kann eine Krankenfahrt in Betracht kommen. Ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt, entscheidet sie im Einzelfall; erklärt wird das im Kostenratgeber.
Behindertenfahrdienst für Arzt, Schule oder Arbeit
PrimaFahrten nimmt unabhängig vom öffentlichen Sonderfahrdienst Anfragen für planbare private Wege, Arzt- und Therapietermine sowie Schul- und Arbeitswege entgegen. Ob eine konkrete Fahrt möglich ist, wird anhand von Strecke, Zeitpunkt, Mobilitätsbedarf und Gebäudezugang geprüft. Eine Kostenübernahme oder bestimmte Fahrzeug- und Unterstützungsleistungen werden nicht pauschal zugesagt.
Weitere Informationen
- Aktuelle Informationen des LAGeSo zum Sonderfahrdienst
- Eigenbeteiligung und Voraussetzungen auf Service Berlin
- Barrierefreie Angebote des VBB
Von Tobias A. Kreuzig, Mitgründer von PrimaFahrten GmbH
Veröffentlicht: 27.07.2025 · Zuletzt aktualisiert: 21.10.2026
Beispiel: Vor einer Fahrt wird geprüft, ob eine gültige Berechtigung vorliegt und welche Angaben für die gewünschte Fahrt erforderlich sind.
Quellen und weiterführende Informationen
Wenn Sie eine Fahrt außerhalb des öffentlichen Sonderfahrdienstes planen, senden Sie uns Strecke, Zeitpunkt und Mobilitätsbedarf.
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